Ultramarathon und Trailrunning auf La Palma

Transvulcania: eine Insel im Laufschritt

Teilnehmer der Transvulcania auf La Palma

Die Transvulcania ist das bekannteste Sportereignis La Palmas und gehört zu den großen internationalen Bergläufen. Für einige Tage bestimmen Läufer, Betreuer und Zuschauer das Bild der Insel. Das Besondere ist nicht nur die Distanz, sondern der direkte Weg vom Meer über Vulkanlandschaften und Hochgebirge zurück in die bewohnten Täler.

Der Hauptlauf ist ein Ultramarathon von ungefähr 73 Kilometern. Exakte Länge, Höhenmeter, Kontrollzeiten und Streckenabschnitte werden für jede Ausgabe im Reglement festgelegt. Ältere Zahlen sind deshalb nur eingeschränkt vergleichbar; maßgeblich sind immer die Unterlagen des jeweiligen Veranstaltungsjahres.

Vom Leuchtturm bis Los Llanos

Der klassische Ultramarathon startet vor Tagesanbruch am Leuchtturm von Fuencaliente. Vom Atlantik führt der GR 131 über junge Vulkanlandschaften und die Ruta de los Volcanes zum Refugio El Pilar. Stirnlampe, Kälte am Morgen und der lange erste Anstieg gehören bereits zu den ersten Herausforderungen.

Nach El Pilar folgt der Kammweg über die Cumbre Nueva und die Höhen der Caldera de Taburiente bis zum Roque de los Muchachos auf mehr als 2.400 Metern. Auf wenigen Stunden wechseln Hitze, Passatwolken, Wind und hochalpines Wetter. Der anschließende lange, technische Abstieg über den Nordwesten verlangt ebenso viel Kraft und Konzentration wie der Aufstieg.

Trailrunner auf den Bergpfaden der Transvulcania Läufer beim Ultramarathon auf La Palma

Nach dem Abstieg zum Puerto de Tazacorte wartet der letzte Anstieg durch den Barranco de Las Angustias und hinauf nach Los Llanos de Aridane. Gerade dieser Schluss nach vielen Stunden macht die Strecke berüchtigt. In den Orten entlang der Route und im Ziel tragen Zuschauer wesentlich zur besonderen Atmosphäre bei.

Mehrere Distanzen, ein anspruchsvolles Gebirge

Zur Transvulcania gehören neben dem Ultramarathon gewöhnlich Marathon, Halbmarathon und Vertical Kilometer sowie Angebote für Nachwuchs und inklusiven Sport. Ausgangspunkte und Strecken unterscheiden sich: Der Halbmarathon folgt traditionell vom Faro de Fuencaliente bis El Pilar, der Marathon verbindet die Höhenlage mit dem Westen der Insel.

Auch die kürzeren Wettbewerbe sind ernsthafte Bergläufe. Vulkanischer Untergrund, große Höhenunterschiede, steile Abstiege und wechselndes Wetter erfordern spezifisches Training und die vorgeschriebene Ausrüstung. Anmeldung, Reglement, Pflichtmaterial, Kontrollzeiten und mögliche Streckenänderungen veröffentlicht ausschließlich die offizielle Website der Transvulcania.

Startplätze sind begrenzt und können früh ausgebucht sein. Reise und Unterkunft sollten erst geplant werden, wenn Teilnahmebedingungen, Startort, Abholung der Startnummer und Transportkonzept der aktuellen Ausgabe bekannt sind.

Ergänzend berichtet das La Palma 24 Journal über Transvulcania mit Nachrichten, Ergebnissen und Geschichten rund um die Veranstaltung.

Reventón Trail El Paso

La Palmas zweites großes Trailrunning-Fest ist der Reventón Trail El Paso. Start und Ziel liegen in El Paso; die verschiedenen Strecken führen durch Kiefernwald, über die Cumbre Nueva und je nach Distanz bis in anspruchsvolle Hochlagen. Die Veranstaltung verbindet Spitzensport mit kürzeren, inklusiven und Nachwuchsformaten.

Auch hier ändern sich Distanzen und Angebote zwischen den Ausgaben. Der Ultra Trail lag 2026 beispielsweise bei rund 70 Kilometern, doch für Planung und Training gilt ausschließlich das aktuelle Reglement. Strecken, Anmeldung und Pflichtmaterial finden Sie auf der offiziellen Website des Reventón Trail.

Außerhalb des Rennens trainieren

Eine Wettkampfstrecke ist außerhalb der Veranstaltung weder durchgehend markiert noch versorgt. Wer einzelne Abschnitte trainiert, muss sie als eigenständige Bergtour planen: Wetter und Wegstatus prüfen, Wasser und Verpflegung tragen, Umkehrpunkte festlegen und Rücktransport organisieren. Mobilfunkempfang ist in Schluchten und Waldgebieten nicht garantiert.

Zwischen Küste und Gipfel liegen mehr als 2.400 Höhenmeter und mehrere Klimazonen. Sonnenschutz an der Küste, Wärme- und Regenschutz in der Höhe, Stirnlampe, Erste-Hilfe-Set und Navigationsreserve können am selben Tag nötig sein. Nach Regen, Waldbrandgefahr oder behördlichen Sperrungen haben aktuelle Hinweise Vorrang vor GPX-Dateien.

Bleiben Sie auf freigegebenen Wegen, vermeiden Sie Abkürzungen und respektieren Sie Schutzgebiete, Landwirtschaft und andere Nutzer. Bei einem Notfall gilt in Spanien die Rufnummer 112.