Marcos y Cordero: Quellen und Tunnel

Mit dem Geländewagen zur Casa del Monte

Ein wenig Humor gehört schon zur Auffahrt: Der klassische Zugang führt über eine lange, holprige Forstpiste zur Casa del Monte und wird üblicherweise mit einem 4x4-Taxi zurückgelegt. Im feuchten Nordosten versorgt der Passat die Berghänge mit Wolken und Wasser. Farne, Lorbeergewächse und andere Pflanzen wachsen hier so üppig, dass der Wald stellenweise fast urzeitlich wirkt.

Wanderer am Wasser bei Marcos y Cordero

Die Casa del Monte liegt auf etwa 1.350 Metern Höhe. Von hier folgt der Weg dem historischen Wasserkanal oberhalb des Barranco del Agua. Schon auf den ersten Metern wechseln sich steile Felswände, tiefe Schluchten und dichter Lorbeerwald ab. Bevor es in die Tunnel geht, gehören Helm, Stirnlampe und eine wasserdichte Jacke zur Ausrüstung.

Dreizehn Tunnel am Wasserkanal

Der Weg führt durch dreizehn in den Fels geschlagene Tunnel. Manche sind kurz und hell, andere länger, schmal und vollkommen dunkel. Das leise Klopfen des Helms an einer niedrigen Stelle erinnert daran, aufmerksam zu bleiben. Besonders bekannt ist Tunnel Nummer 12: Dort fällt Wasser von der Decke und aus einem trockenen Tunnelgang wird schnell eine kalte Dusche.

Wandergruppe zwischen Farnen auf der Route Marcos y Cordero

Zwischen den Tunnelportalen öffnet sich der Blick immer wieder auf den Barranco del Agua. Dachwurz, Farne und zahlreiche endemische Pflanzen besiedeln die feuchten Felswände. Diese Mischung aus Dunkelheit, spritzendem Wasser und plötzlich wieder weitem Bergpanorama macht den Abschnitt so unverwechselbar.

Die Quellen von Marcos und Cordero

Am Ende des Tunnelabschnitts tritt das Wasser der Quellen von Marcos und Cordero direkt aus dem Berghang. Bevor es zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Kanälen gefasst wurde, floss es frei in den Barranco del Agua und prägte die Schlucht über lange Zeiträume. Noch heute gehört dieses Wasser zu den bedeutenden natürlichen Ressourcen des Nordostens.

Der kühle, schattige Platz an den Quellen ist ein eindrucksvoller Gegenpol zur rauen Anfahrt. Wasser, Lorbeerwald und Fels liegen hier eng beieinander. Wer weiterwandert, muss jedoch bedenken, dass der vollständige Abstieg nach Los Tilos anspruchsvoll ist und nicht mit dem kurzen Tunnelabschnitt verwechselt werden darf.

Aktueller Wegestatus und Planung

Bei der redaktionellen Prüfung im Juli 2026 ist der PR LP 06 nur teilweise geöffnet: Von der Casa del Monte kann man bis zum Eingang von Tunnel 12 gehen; der anschließende Abschnitt bis zum Espigón Atravesado ist geschlossen. Der früher übliche vollständige Abstieg über die Quellen nach Los Tilos ist damit derzeit nicht durchgehend möglich.

Sperrungen können sich ändern. Prüfen Sie deshalb unmittelbar vor dem Aufbruch den offiziellen Status des PR LP 06. Die gesamte Route ist 24,5 Kilometer lang und wird als gefährlicher Weg nur für erfahrene Wanderer ausgewiesen. Bei Regen oder unsicherem Wetter darf sie nicht begangen werden.

Zur Casa del Monte gibt es keinen Linienbus; die 14 Kilometer lange Piste wird gewöhnlich mit einem 4x4-Taxi zurückgelegt. Unabhängig von der gewählten Variante gehören feste Wanderschuhe, Helm, Stirnlampe, Regenschutz, Wasser und Verpflegung zur Ausrüstung. Hunde sind auf dem PR LP 06 nicht erlaubt.