Ruta de los Volcanes: die große Vulkanwanderung

Vom Refugio El Pilar auf die Cumbre Vieja

Die Ruta de los Volcanes folgt dem südlichen Teil des GR-131 über die Cumbre Vieja und zählt zu den eindrucksvollsten, aber auch forderndsten Wanderungen La Palmas. Ausgangspunkt ist das Refugio El Pilar, eine große Waldlichtung und seit Jahrhunderten ein Wegekreuz zwischen Ost- und Westseite der Insel. Vom Erholungsplatz steigt der Pfad zunächst durch Kanarenkiefern an.

Wanderer auf der vulkanischen Höhenroute der Cumbre Vieja

Oberhalb des Waldes öffnet sich der Blick nach beiden Seiten. Im Osten liegen Mazo, Santa Cruz und bei klarer Luft Teneriffa und La Gomera; im Westen breiten sich das Aridanetal, Cumbre Nueva und die Caldera de Taburiente aus. Häufig strömen Passatwolken über den Kamm und lösen sich auf der trockeneren Westseite wie eine langsame Kaskade auf.

Krater, Eruptionen und der höchste Punkt

Die Route führt an einer ganzen Kette von Vulkanformen vorbei: Birigoyo, der dunkle Krater Hoyo Negro, Duraznero und die beiden Gipfel der Deseada. Mit 1.932 Metern bildet Deseada II den höchsten Punkt. Von hier lässt sich besonders gut erkennen, dass die „alte Bergkette“ Cumbre Vieja geologisch der jüngste und weiterhin aktive Teil der Insel ist.

Wandergruppe zwischen Vulkankegeln und Passatwolken auf La Palma

Weiter südlich erinnern der Volcán de San Juan an die Eruption von 1949 und der Martín de Tigalate an den Ausbruch von 1646. Ihre Lavaströme, Schlackenfelder und Krater überlagern ältere Landschaften. Der Tajogaite, der 2021 westlich der Kette entstand, kann von Teilen der Route aus im Gesamtpanorama erscheinen, liegt aber nicht am Wanderweg und darf nicht mit den historischen Kratern der Ruta de los Volcanes verwechselt werden.

Farben aus Feuer und der Abstieg nach Los Canarios

Schwarz und Braun wechseln mit Ocker, Rostrot, Gelb und violetten Tönen. Wind und Regen modellieren die losen Aschefelder, während junge Kanarenkiefern bereits wieder auf erstarrter Lava Fuß fassen. Die scheinbar kahle Landschaft ist empfindlich: Abkürzungen zerstören die langsame Wiederbesiedlung und können auf dem rutschigen Untergrund gefährlich werden.

Nach dem Martín beginnt der lange Abstieg durch Asche und lichten Kiefernwald. In tieferen Lagen erscheinen Weinberge, bevor der Weg Los Canarios erreicht, das Zentrum von Fuencaliente. Der Ort ist von Weinbau und Vulkanismus geprägt. San Antonio und Teneguía liegen südlich von Los Canarios und gehören zur möglichen Verlängerung Richtung Faro und Salinen, nicht zum kürzeren Ziel im Ortszentrum.

Distanz, Varianten und sichere Planung

Bis Los Canarios werden etwa 17,5 Kilometer und rund fünfeinhalb bis sieben Stunden angegeben. Wer dem vollständigen GR-131 bis Fuencaliente, Faro und Salinen folgt, kommt auf 23,7 Kilometer und ungefähr acht Stunden. Diese Verlängerung führt zusätzlich an San Antonio und Teneguía vorbei und sollte nur mit genügend Zeit und Kondition begonnen werden.

Die Route ist linear. Zum Refugio El Pilar fährt kein regulärer Linienbus; deshalb müssen Anfahrt und Rückkehr mit Taxi, organisiertem Transfer oder einem zweiten Fahrzeug geplant werden. Starten Sie früh. Auf dem Höhenzug gibt es keinen verlässlichen Wassernachschub, Mobilfunkempfang ist stellenweise lückenhaft und Sonne, Wind, Kälte oder Nebel können einander rasch ablösen.

Der GR-131-Abschnitt wird derzeit als geöffnet geführt. Prüfen Sie dennoch am Wandertag den aktuellen Zustand des Wegenetzes sowie Wetter- und Waldbrandwarnungen. Erforderlich sind feste Bergschuhe, reichlich Wasser, Essen, Sonnen- und Windschutz sowie eine warme oder wasserdichte Schicht. Hunde müssen auf der Vulkanroute ausdrücklich an der Leine bleiben.